06.10.2025
Ein weiterer „echt“ vielfältiger Tag beim Jugendfestival (JuFe)
Der dritte Tag des Jugendfestivals begann – passend zum Sonntagmorgen – mit einem Gottesdienst. Wir haben mit Liedern und einer kurzen Meditationsübung gestartet, um uns innerlich auf die gemeinsame Beichte einzustellen. Dabei haben wir festgestellt, dass unser Herz manchmal gerade dort „echt“ eng ist, wo Weite nötig wäre. Dass wir das vor Gott bringen können und er uns unsere Schuld vergibt, ist ein Privileg und ein „echtes“, ein wahrhaftiges Geschenk. Später habe ich einige JuFe-Teilnehmer, die zur Nachtwache eingeteilt waren, nach ihren Eindrücken vom Gottesdienst gefragt. Hier einige Gedanken: „Ich fand es schön, dass Hano (Pastor Johannes Heicke, Balhorn) und Ernie (Hauptjugendreferent Karsten „Ernie“ Schreiner, Homberg/Efze) die Predigt zusammen gemacht haben.
Wir haben darin sehr oft gehört, dass wir geliebt sind – am Ende hat es vermutlich jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin verstanden. Besonders schön war auch, dass viele verschiedene Menschen beim Abendmahlausteilen geholfen haben, darunter ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Pastoren, die einen Workshop geleitet haben. Und es war echt schön, dass Leute aus den umliegenden SELK-Gemeinden den JuFe-Gottesdienst besucht haben.“
Die Predigt des Gottesdienstes nahm besonders Petrus in den Blick, der mit seinen Glaubensstärken und Glaubensschwächen als „echter“ Mensch vor Gott steht. „Bin ich ein echter Christ?“ war die Leitfrage, die auch in Bibelarbeiten nach dem Gottesdienst noch vertieft wurde. Dabei wurde deutlich, dass „echtes“ Christsein nicht in dem liegt, was wir tun, sondern was Jesus für uns getan hat.
Am Nachmittag konnten sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch einmal aus einem vielfältigen Angebot ihre Highlights heraussuchen: Mit einem Brenn-Peter ein Erinnerungsstück an das JuFe basteln, am Volleyball- oder Brennball-Turnier teilnehmen oder noch einen weiteren Workshop besuchen. Passend zur Meditationsübung im Gottesdienst hatte Esther Figge (Heidelberg) bereits vorher einen Workshop zum Thema Körperübungen angeboten: „Der Gedanke, der mir als erstes kam, als ich das JuFe-Thema ‚echt‘ gehört habe, war ‚echt sein‘, sich echt zu fühlen. Dafür braucht man eine gute Körperwahrnehmung. Und da wollte ich die Teilnehmenden gern mit reinnehmen. Sie sollten sich mal spüren. Dafür haben wir einen Schwerpunkt auf die Atmung gesetzt. Wir haben eine Entspannungstechnik ausprobiert und mit Bällen und Faszienrollen den Körper ‚abgerollt‘. Es würde mich freuen, wenn die Teilnehmenden ein bisschen was von dem Spüren für sich mit nach Hause nehmen.“
Zwei weitere jüngere Teilnehmerinnen habe ich nach ihren Eindrücken vom Tag gefragt. Miriam (Wiesbaden) sagt: „Mir hat der Tag gut gefallen. Ich hab’ viel Zeit mit netten Leuten verbracht und mit ganz viel Singen. Die Stimme war nach der Jam Session von der Band weg, weil wir über eine Stunde gesungen haben. Ich habe noch eine Bibelarbeit zum Thema ‚ECHTleder‘ besucht (unter der Leitung von Ceci Held und Hanna Saatze). Wir haben dabei den Gottesdienst reflektiert, den Predigttext (Matthäus 14,22-33, Petrus geht über das Wasser auf Jesus zu) angeschaut und etwas auf Leder draufgedruckt. Dann habe ich noch beim Sportprogramm zugeschaut und eine Stunde beim Crêpes-Stand angestanden. Und Küchendienst hab’ ich auch noch gemacht.“ Neben ihr sitzt Maria (Wiesbaden) und ergänzt: „Mein Highlight war am Ende das Singen. Gemeinsam macht Lobpreis mega Spaß. Am besten hat mir das Lied ‚Zehntausend Gründe‘ gefallen.“
Am letzten Abend haben sowohl Teilnehmende als auch Mitarbeitende gemeinsam das „echt“ gelungene Jugendfestival mit einer Party abgeschlossen.
Das Jugendfestival endet heute am 6. Oktober mit einer Abschlussandacht, bevor die JuFe-Teilnehmenden mit dem Busshuttle-Service wieder sicher nach Hause gebracht werden. Die nächste große Jugendveranstaltung der SELK ist die SELKiade, die vom 14. bis 17. Mai 2026 in Homberg/Efze stattfinden wird. Anmeldungen sind ab sofort unter www.selkia.de möglich.
05.10.2025
„Echt“ sein bei Gott
Der zweite Tag des Jugendfestivals war geprägt von Workshops. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen konnten aus verschiedenen Themenbereichen wählen: etwas zum Denken wie z.B. beim Workshop von Pastor Arno Vorpagel Scheunemann zum Thema „Einen immateriellen Gott real werden lassen“ oder z.B. etwas zum Musizieren, wie bei den Singe- und Bläserworkshops von Georg Mogwitz. Wer sich lieber im Rätsellösen ausprobieren wollte, hatte dazu die Gelegenheit im „Escape Room“-Workshop von Bennet Düvel.
Mit einigen Referenten und Teilnehmern habe ich heute über ihre Eindrücke gesprochen. Zunächst Bernhard Daniel Schütze (Kassel), der zusammen mit Rebekka Fink einen Workshop zum Thema „Echt ich – unperfekt perfekt“ angeboten hat: „Es war schön zu sehen, wie die Teilnehmer bei der Beschäftigung mit Liedtexten tief eingestiegen sind und den Kern der lutherischen Rechtfertigungslehre daraus erkannt haben. Bei unserem Workshop ging es darum, dass wir nicht perfekt sind und Gott uns trotzdem liebt. Wir haben den Teilnehmenden am Ende ein Kärtchen mitgegeben, auf dem Stand: ‚Bei Gott darf ich echt sein. Durch seine Liebe kann ich besser werden – und werde beim Scheitern aufgefangen.'“
Einen Workshop mit viel Bewegung unter dem Titel „Affenzirkus“ haben Lucie Stolle und Jesse Neddens angeboten. Lucie (Esslingen) meinte: „Wir hatten in unserem Workshop 20 kleine Jungs. Das war voll schön, aber auch ein bisschen chaotisch. Für diesen Workshop hat das aber super gepasst und war dann sehr kreativ.“ In diesem Workshop entstand ein Video, dass alle Teilnehmenden bei der Abendveranstaltung anschauen konnten. Echt wunderbar, wenn man so an den Workshops Anteil haben kann.
Noah Rothfuchs (Göttingen) hat nach seinem Workshop, der sich mit „echt glauben, echt zweifeln und echt reden“ beschäftigte, festgestellt: „Das Beste ist, wenn man von anderen, die gar nicht in meinem Workshop waren, hört, wie schön mein Workshop war. Einfach, weil Teilnehmer ihren Freunden davon erzählt haben. Das tut gut.“
Teilnehmerin Josephine hat den Workshop von Diakoniedirektorin Berit Otto besucht, der das „echt“ sein mit dem Thema Diakonie verknüpft hat: „Da war so ein älteres Ehepaar, die davon erzählt haben, wie sie Hilfsgüter nach Bosnien und Serbien gebracht haben. Das war cool. Die haben auch ganz viel den Leuten vor Ort geholfen. Das fand ich echt inspirierend. Hinterher konnten wir ihnen Fragen stellen und dann das Gehörte kreativ umsetzen. Zuerst habe ich aus Korken was geschnitzt und dann habe ich ein Fensterbild gemalt.“
04.10.2025
Jugendfestival in Heskem eröffnet
Ein Jahr geplant, zwei Tage vor Ort aufgebaut – und dann ging es los. Die größte in diesem Jahr stattfindende Jugendveranstaltung der SELK begann am 3. Oktober 2025. Ca. 200 Menschen haben sich auf den Weg in die Gesamtschule Ebsdorfergrund in Heskem gemacht. Das Thema in diesem Jahr lautet „echt“. Das Jugendfestival wird von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt, um sich zu in „echt“ vernetzen, gemeinsam zu singen, Gott zu loben und manchmal auch über ihren Schatten zu springen.
Das wurde schon beim Eröffnungsprogramm deutlich, wo alle Teilnehmenden bei dem Spiel „Funny Bunny“ „echt“ seltsame Geräusche und Bewegungen machen mussten. Solche sogenannten „Energizer“ helfen gerade jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zum ersten Mal beim Jugendfestival dabei sind, um schnell mit anderen in Kontakt zu kommen. Aber auch die erfahrenen JuFe-Teilnehmer hatten ihren Spaß. Zwischendurch wurde es immer wieder ruhiger beim Liedersingen oder bei einem „echt“ kreativen Anspiel. Zum Abschluss der Eröffnungsveranstaltung hat Theologiestudent Samuel Dress (Tübingen) eine Andacht geleitet. Zwei Gedanken hat er dabei besonders hervorgehoben: „1. Gott ist echt. Und es lohnt sich auch, darüber nachzudenken. Wenn ich gefragt werde in einem Gespräch, dann möchte ich auch was dazu sagen können. Das ist wichtig. 2. Gott ist ein persönlicher Gott. Und er will Begegnung und Beziehung. Das macht Mut.“ Teilnehmer Jonathan Wohlrab (München) zieht aus dem ersten Abend ebenfalls eine positive Bilanz: „Bisher finde ich es besser als erwartet – echt gut. Ich freu mich schon auf Morgen.“